HERNIENZENTRUM.LÜBECK
Ihre Experten für Nabel- und Leistenbrüche in Lübeck, Schleswig Holstein und Mecklenburg-Vorpommern
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Das Hernienzentrum.Lübeck bietet Ihnen das gesamte Spektrum der modernen Hernienchirurgie an. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Behandlung komplexer und spezieller Hernien, einschließlich mehrfach voroperierter und großer Bauchwanddefekte.
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Das professionelle Team von spezialisierten Ärzten und Pflegekräften bietet eine individuelle und hochqualifizierte Diagnostik und chirurgische Therapie von Leisten- und Bauchwandbrüchen (Hernien) an.
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Um immer auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu sein, nehmen wir regelmäßig aktiv an nationalen und internationalen Kongressen teil. Dadurch können wir Ihnen die beste und sicherste Therapie nach internationalem Standard jederzeit anbieten. Wir haben uns dabei auf minimal invasive Therapieformen spezialisiert, damit Sie schnell wieder einsatzfähig sind.
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Kontaktieren Sie mich gerne mit Ihrem Anliegen.
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Ihr Zentrumleiter Ihlalye Meqdad
DIAGNOSTIK
Von der Untersuchung durch einen Fachspezialisten inklusive dynamischem Ultraschall, wenn notwendig, ergänzt durch Röntgenuntersuchungen oder Duplex-Untersuchung der
beinversorgenden Gefäße, sind in der Praxis die wesentlichen Untersuchungsmethoden durchführbar.
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Wenn notwendig, organisieren wir für Sie einen Termin zur weiterführenden bildgebenden Diagnostik und werten die Befunde in einem Beratungsgespräch gern mit Ihnen aus.
OPERATIV
Sollte bei Ihrer Erkrankung eine Operation erforderlich sein, so ist dies im ambulanten OP-Zentrum der chirurgischen Praxis am Marienkrankenhaus im ambulanter Eingriff möglich. Die Operation wird in jedem Fall durch den Fachspezialisten geplant und durchgeführt.
Hierbei werden, wann immer möglich und sinnvoll, minimal invasive Verfahren angewandt. Für diese Verfahren, insbesondere bei der Leisten- und Bauchdeckenchirurgie, besteht in unserer Praxis eine besondere Expertise.
NACHBETREUUNG NACH ERFOLGTER OPERATION
Die Nachbetreuung erfolgt in der Regel nach erfolgter Operation in der Praxis.
Mittels Ultraschall wird das Operationsergebnis kontrolliert und ggf. Verlaufsuntersuchungen vereinbart.
MÖGLICHE OPERATIONSVERFAHREN:
LEISTENHERNIEN
Da es sich bei einem Leistenbruch um einen Defekt der muskulären Bauchdecke handelt, ist zur Versorgung entweder ein Verschluss bzw. eine Rekonstruktion des Defektes oder auch eine Stabilisierung bzw. Unterstützung der Bauchdecke mit einem Kunststoffnetz möglich.
Ob die Implantation eines Kunststoffnetzes erforderlich ist, wird maßgeblich von der Beschaffenheit und Reißfestigkeit der muskulären Bauchdecke bestimmt. Mit dem Alter nimmt die Reißfestigkeit des Bauchdeckengewebes ganz natürlich ab, so dass reine Nahtverfahren ohne Implantation eines Kunststoffnetzes eher bei jüngeren Patienten sinnvoll zur Anwendung kommen.
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Für beide Optionen, Nahtverfahren und Verfahren mit Implantation eines Kunststoffnetzes, gibt es mehrere zur Anwendung kommende Techniken, die im Folgenden dargestellt werden.
NETZFREIE VERFAHREN
Insbesondere bei jungen Patienten mit kleineren Leistenbruchbefunden oder auch bei Patienten mit dem Wunsch einer fremdkörperfreien Versorgung werden ambulant und auch stationär Nahtverfahren zur Leistenhernienversorgung angeboten.
Shouldice-Repair
Dies ist das am häufigsten zur Anwendung kommende Nahtverfahren. Hierbei werden die einzelnen Muskel – und Faszienbereiche der Leiste einzeln mittels mehrerer Nahtreihen rekonstruiert und so stabilisiert.
Diese Methode gilt als bestes Nahtverfahren mit einer geringen Rezidivquote (= Quote des Wiederauftretens von Brüchen nach einer Operation).
Desarda-Repair
In ausgewählten Fällen ist die Rekonstruktion des Leistenkanals mit einer körpereigenen Faszie (Externusaponeurose) möglich. Diese Faszie wird in der Leiste ausgelöst und als Verstärkung der Leistenkanalhinterwand genutzt. Voraussetzung zur Anwendung dieser Technik ist eine ausreichend starke und nahtfähige Externusaponeurose.
Diese Methode wurde erstmals im Jahre 2003 von dem Indischen Chirurgen Mohan P. DESARDA aus Pune beschrieben. In zahlreichen randomisierten wissenschaftlichen Studien konnten mit dieser weitgehend spannungsfreien aber vor allem netzfreien Methode sehr gute Ergebnisse erreicht werden.
VERFAHREN MIT IMPLANTATION EINES KUNSTSTOFFNETZES
TEP (minimal invasiv – Total Extraperitoneal Präperitoneale Netzimplantation)
Bei dieser Technik der Leistenbruchversorgung wird über einen kleinen Schnitt unterhalb des Nabels eine Kamera in die Bauchwand eingeführt und der Leistenbereich und die muskuläre Bauchdecke „von innen“ freigelegt. Mittels 2 weiterer kleiner Schnitte (je ca 5mm) im Unterbauch kann der Leistenbruch freipräpariert und die Bauchdecke mit einem Kunststoffnetz verstärkt werden.
Bei dieser Methode kommt es nur selten zu einem Rezidiv, häufig wird dieser Eingriff unter stationären Bedingungen durchgeführt. In ausgewählten Fällen bei kleinen Bruchbefunden ist dieser Eingriff auch unter ambulanten Bedingungen durch unseren Spezialisten im ambulanten OP-Zentrum Stadtkoppel durchführbar.
TAPP (minimal invasiv – Transabdominelle präperitoneale Patchplastik/ Netzeinlage)
Bei dieser Technik wird wie bei der oben beschriebenen TEP ein Kunststoffnetz hinter die Bauchdecke im Bereich des Leistenbruches implantiert, anders als bei der TEP wird die Operation jedoch nicht in der Bauchdecke durchgeführt, sondern durch den Bauchraum von innen die Bauchdecke operiert. Dieser Eingriff eignet sich unter anderem bei Voroperationen im kleinen Becken oder zu erwartenden Vernarbungen im Leistenbereich, auch können hiermit Bauchwandbrüche in anatomisch ungewöhnlichen Bereichen versorgt werden (z.B. Spieghel´sche Hernie). Dieser Eingriff wird in jedem Fall unter stationären Bedingungen durchgeführt.
Lichtenstein-Repair (offen/konventionell)
Diese OP-Methode ist das weltweit am häufigsten durchgeführte Operationsverfahren zur Versorgung eines Leistenbruches. Über einen Schnitt in der entsprechenden Leiste wird der Bruch dargestellt und mit einem Kunststoffnetz von außen verstärkt. Dieses technisch einfache Verfahren eignet sich besonders für alle mittelgroßen und großen Brüche sowie in Fällen, in denen eine rückseitige Verstärkung nicht möglich ist (z.B. nach Gefäßoperationen, Bestrahlungen und Voroperationen an Blase und Prostata).
BAUCHWANDHERNIEN/NARBENHERNIEN/NABELHERNIEN
Bauchwandhernien sind komplexe Erkrankungen mit einhergehender Veränderung der Rumpfstabilität. Die anatomiegerechte Wiederherstellung der Komponenten der Bauchdecke sowie die Verstärkung steht nach unserer Auffassung bei der Versorgung im Vordergrund.
Kleinere Defekte bei ansonsten intakter Bauchdeckenanatomie (z.B. kleine Nabelhernien) können mittels Nahtrekonstruktion (Faszienplastik) versorgt werden, größere Defekte oder Defekte in einer Bauchdecke mit gleichzeitig bestehenden Risikofaktoren (wie z.B. einer Rektusdiastase) erfordern in der Regel eine anatomiegerechte Rekonstruktion mit folgender Netzverstärkung des geschwächten Bauchdeckenbereiches. In diesem Bereich der Chirurgie findet derzeit ein Paradigmenwechsel statt. Wurden über eine lange Zeit Bauchwanddefekte aller Größe durch Netze abgedeckt, die in der Bauchhöhle platziert wurden (mit direktem Darmkontakt, IPOM), wird nunmehr eine Rekonstruktion der Bauchdecke selbst mit Einlage eines Netzes in die Bauchdeckenschichten (ohne Darmkontakt) durch führende Hernienchirurgen empfohlen. Dies ist auch die Philosophie der in der Praxis tätigen Spezialisten.
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Je nach Ausprägung des Bauchwandbruches und Lage auf der Bauchdecke ist eine Rekonstruktion auf 3 verschiedene Arten möglich:
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1. Konventionelle offene Rekonstruktion mit Netzeinlage in „Sublay-Position“
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Hierbei wird die Haut über dem Bruch und der darumliegenden Bauchdecke eröffnet, die ggf. eingeklemmten Darmanteile in den Bauchraum verlagert und die Bauchdecke anatomiegerecht rekonstruiert und in der Regel mit einem Kunstoffnetz unterhalb der Bauchdeckenmuskulatur verstärkt.
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2. eMILOS (endoskopisch Minimal Incision Less Open Sublay) = minimal invasive Bauchdeckenrekonstruktion
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Wie bei der konventionellen Bauchdeckenrekonstruktion wird bei der eMILOS-Operation die Bauchdeckenmuskulatur anatomiegerecht rekonstruiert und mit einem Kunststoffnetz unterhalb der Bauchdeckenmuskulatur verstärkt. Hierzu ist jedoch durch Anwendung spezieller Instrumente und einer Kameraoptik nur ein kleiner Schnitt im Bereich des Bauchnabels erforderlich. Zur Anwendung kommt dieses Verfahren insbesondere bei Bauchwandbrüchen im Nabelbereich. In der Regel wird eine Drainage in den Wundbereich gelegt, die nach 2 Tagen entfernt werden kann. Das Verfahren wird unter stationären Bedingungen durchgeführt, in der Regel ist ein Krankenhausaufenthalt von 3 Tagen erforderlich.
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3. Komponentenseparation nach Ramirez oder Rosen
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Bei sehr ausgedehnten Bauchdeckenbrüchen ist eine „einfache“ Rekonstruktion der Bauchdecke (siehe 1.) mitunter nicht ausreichend, da das verbliebene gesunde Bauchdeckengewebe nicht zum vollständigen Verschluss des Defektes ausreicht. In diesem Fall können auch die äußeren Bauchmuskelbereiche durch gezieltes Ablösen von Muskel – und Faszienschichten zum Bauchdeckenverschluss gewonnen werden, eine Stabilisierung der Bauchdecke durch ein Kunststoffnetz oder auch ein biologisches Präparat ist hier in jedem Falle erforderlich.
BAUCHWANDHERNIEN/NARBENHERNIEN/NABELHERNIEN
Eine Rektusdiastase ist gekennzeichnet durch das Auseinanderweichen der Bauchdeckenmuskulatur in der Mittellinie. Beim Anheben des Kopfes im Liegen kommt es zu einer Vorwölbung im mittleren Bauchbereich.
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Diese Erscheinung ist in der Regel nicht behandlungsbedürftig, da kein "Defekt" der Bauchdecke besteht, sondern "nur" eine Ausdünnung der Bauchdeckenhalteschicht.
Dennoch kann diese Rektusdiastase erhebliche Beschwerden verursachen und auch kosmetisch zu einer starken Belastung für die Betroffenen führen. Insbesondere Frauen nach Schwangerschaften leiden häufig unter einer großen Rektusdiastase mit teilweise daraus resultierender Instabilität der Bauchdecke.
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Wenn Bauchdeckenbrüche (z.B. Nabelbrüche) bei gleichzeitigem Bestehen einer Rektusdiastase auftreten, ist eine gänzlich andere Versorgung erforderlich (siehe eMILOS-Verfahren oben). Es ist dann eine Netzverstärkung des gesamten Bauchdeckenbereiches erforderlich, der von der Rektusdiastase betroffen ist.
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Auch bei einer Rektusdiastase ohne gleichzeitig bestehenden Bruch ist eine Versorgung möglich.
Versorgungsmöglichkeiten der Rektusdiastase sind (in jedem Fall minimal invasiv):
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1. eMILOS mit Raffung der Linea alba
Wie bei dem oben beschriebenen eMILOS-Verfahren wird die Bauchdecke zunächst schichtgerecht über einen kleinen Schnitt am Bauchnabel rekonstruiert und ein großes Netz in die Bauchdeckenschichten eingelegt. Zusätzlich wird in diesem Eingriff die Mittellinie der Bauchdecke über eine gesonderte Präparationsebene vernäht und somit die
Bauchdeckenmuskel beider Seiten angenähert. Hiernach ist die Einlage zweier Drainagen erforderlich, ein stationärer Aufenthalt von ca 3-5 Tagen ist erforderlich.
